Das Verhältnis von Taillenumfang zur Körpergröße wird als Waist-to-Height Ratio (WHtR) bezeichnet. Diese Kennzahl gilt als guter Indikator, um das gesundheitliche Risiko aufgrund von Übergewicht zu beurteilen.
Man hat anhand diverser langjährigen Studien festgestellt, dass der Taillenumfang das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflusst. Und zwar ist die Verteilung des Körperfetts wesentlicher für das Herz-Kreislauf-Risiko als generell ein hoher BMI-Wert. Anders ausgedrückt: Eine Person mit einem hochen Bauchfettanteil, aber mit einem normalem BMI-Wert, ist gefährdeter als eine Person mit hohem BMI-Wert, aber mit einem geringen Bauchfettanteil.
Die Schwäche des BMI-Wert ist, dass er nicht berücksichtigt, wo das Körperfett sitzt. Der WHtR hingegen gibt Auskunft, wo das Körperfett sitzt: eher am Bauch oder mehr in den Beinen. Deshalb ist der WHtR-Wert aussagekräftiger im Hinblick auf Herz- und Kreislauferkrankungen als der etablierte BMI-Wert.
Der WHtR Wert gilt als Maß für die Körperfettverteilung. Insbesondere erlaubt er eine bessere Beurteilung, inwieweit Übergewicht zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen kann, als der seit Jahrzehnten etablierte BMI-Wert.
Je höher der WHtR-Wert ist, desto größer ist das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung aufgrund von Übergewicht. Der WHtR-Wert ist sowohl vom Geschlecht als auch vom Alter abhängig, wie man anhand der nachfolgenden Tabelle leicht erkennt:

Je nach Literaturquelle können die Klassifikationswerte schwanken, da nicht jede Studie auf exakt das gleiche Ergebnis kommt.
Der WHtR ist vom Lebensalter abhängig.
Generell gilt ein Wert von 0,5 und größer als gesundheitskritisch für Menschen unter 40 Jahren. Für Menschen zwischen 40 und 50 Jahren wird der kritische Wert zwischen 0,5 und 0,6 angegeben. Bei den über 60 Jährigen sind Werte ab 0,6 als kritisch für die Gesundheit anzusehen.
Die WHtR-Kennzahl ist aus offensichtlichen Gründen nicht geeignet für Schwangere und Stillende.
QUELLE: https://koerperwerte-messen.de/whtr-rechner-klassifikation/
Blutdruckmessungen können notwendig sein, um den Blutdruck zu kontrollieren. Zu hoher oder zu niedriger Blutdruck kann Beschwerden verursachen und die Gesundheit gefährden. Die Ärztin oder der Arzt führt eine Blutdruckmessung zur Abklärung von Beschwerden oder beim Gesundheits-Check durch. Manchmal bekommt die Patientin oder der Patient die Empfehlung, auch selbst regelmäßig den Blutdruck zu kontrollieren. Dies unterstützt die Ärztin oder den Arzt dabei, mögliche Erkrankungen oder Vorzeichen zu erkennen.
Das Herz pumpt über die Arterien Blut in alle Teile unseres Körpers. So wird der gesamte Körper, vom Gehirn bis in die Zehen, mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Dabei zieht sich das Herz abwechselnd zusammen und entspannt sich dann wieder. Wenn es sich zusammenzieht, drückt das Herz das sauerstoffreiche Blut in die Arterien. Dabei steigt der Druck in den Arterien. Dieser Druck wird als Blutdruck bezeichnet.
Danach entspannt sich das Herz und Blut strömt wieder ins Herz ein. Der Druck in den Arterien sinkt. Fachleute bezeichnen den höchsten Druck als „systolischen Druck“ und den niedrigsten als „diastolischen Druck“. Die beiden Werte können mit einem Blutdruckmessgerät gemessen werden.
Die Höhe des Blutdrucks wird in „Millimeter-Quecksilbersäule“, kurz mmHg, angegeben. Als normaler Blutdruck bei Erwachsenen gelten Werte von 120/80 mmHg:
Wird einmal ein zu hoher Wert gemessen, bedeutet das nicht automatisch, dass man an Bluthochdruck leidet.
Leitlinien fordern mehrere Messungen an mindestens zwei unterschiedlichen Tagen, um Zufallsschwankungen und Weißkittel‑Effekte auszuschließen. Dann sucht die Ärztin oder der Arzt nach möglichen Ursachen für den erhöhten Blutdruck sowie nach Hinweisen für bereits eingetretene Schäden. Bluthochdruck (Hypertonie) liegt vor, wenn mehrmals Blutdruckwerte über 140/90 mmHg gemessen werden.

QUELLEN:
https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/herz-kreislauf/bluthochdruck/blutdruck-messen.html
https://www.meduni.com/bluthochdruck-wirft-bei-forschern-noch-fragen-auf/
Weber T et al. Österreichischer Blutdruckkonsens 2019. J Hypertonie (KUP‑Verlag)
Konsensdokument der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie
Cholesterin (Cholesterol) ist ein lebenswichtiges Lipid mit zahlreichen verschiedenen Funktionen im menschlichen Körper. Dazu zählen beispielsweise der Aufbau der Zellmembranen oder seine Funktion als Grundsubstanz der Steroidhormone. Der größte Teil des täglichen Bedarfs von zirka 1 Gramm wird im Körper selbst (v.a. in der Leber) gebildet bzw.mit der Nahrung (v. a. in Eidotter und tierischen Fetten) aufgenommen. Ein zu hoher Cholesterinspiegel ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung einer Gefäßverkalkung (Atherosklerose), welche weitere Folgekrankheiten (z.B.Herzinfarkt, Schlaganfall) verursachen kann.
Cholesterin wird sowohl exogen über die Nahrung aufgenommen (ein Drittel) als auch endogen vor allem in Darmwand und Leber synthetisiert (zwei Drittel). Im Blut wird Cholesterin über spezielle Lipoproteine transportiert:
Die Low-Density-Lipoproteine (LDL) transportieren das Cholesterin zu den Geweben des Köpers, in denen es gerade gebraucht wird. Dieses Cholesterin wird als LDL-Cholesterin bezeichnet.
Das LDL-Cholesterin gilt als „schlechtes“ Cholesterin, weil erhöhte Blutspiegel mit einem gesteigerten Atheroskleroserisiko einhergehen.
Die High-Density-Lipoproteine (HDL) transportieren nicht mehr benötigtes Cholesterin zur Leber zurück, wo die Ausscheidung via Gallensäuren stattfindet. Dieses Cholesterin wird als HDL-Cholesterin bezeichnet.
Das HDL-Cholesterin gilt als „gutes“ Cholesterin, weil erhöhte Blutspiegel keinen Atheroskleroserisikofaktor, sondern sogar einen Schutzfaktor vor der Arterienverkalkung darstellen.
Bei der Messung des Gesamtcholesterins (CHOL) im Blut werden sowohl das LDL- als auch das HDL-Cholesterin mitgemessen.
Wenn der Messwert des Gesamtcholesterins im Blut erhöht ist, sollte eine weitere Abklärung erfolgen:
In folgenden Fällen kann das Gesamtcholesterin im Blut erhöht sein (Hypercholesterinämie):
Ein erhöhtes Gesamtcholesterin und insbesondere ein erhöhtes LDL-Cholesterin im Blut stellen einen bedeutsamen Risikofaktor für die Arterienverkalkung (Atherosklerose) dar.
Triglyceride (Neutralfette) sind wichtige Energiespeicher im Körper. Sie werden auf der einen Seite mit der Nahrung aufgenommen. Auf der anderen Seite kann der Körper Triglyceride aber auch selbst herstellen (z.B. aus Kohlenhydraten) und im Fettgewebe als Energiereserve speichern (z.B. für Hungerperioden).
Im Blut werden die Triglyceride zusammen mit anderen Fetten und fettartigen Substanzen (z.B. Cholesterin) auf besondere Art und Weise transportiert. Dazu verwendet der Körper spezielle Transportproteine, die als Lipoproteine bezeichnet werden. Diese Lipoproteine verhindern, dass sich im Blut Fetttropfen bilden, was lebensgefährlich wäre.
REFERENZWERTE
Als Richtwert können folgende Referenzwerte herangezogen werden. Diese variieren aber je nach Assay (Testmethode) und Labor.

Non-HDL Cholesterin ist die Gesamtmenge des Cholesterins im Blut, die in allen atherogenen Lipoproteinen enthalten ist. Atherogene Lipoproteine sind jene, die zur Bildung von Plaques in den Arterien führen können, was die Blutgefäße verengen und den Blutfluss behindern kann. Dies ist ein Hauptfaktor für das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.
Der Non-HDL Cholesterinwert setzt sich aus allen Cholesterinarten zusammen, die potenziell schädlich für den Körper sein können. Dazu gehören:
Non-HDL Cholesterin wird als die Summe aller Cholesterinarten berechnet, die potenziell schädlich sind, und bietet eine genauere Einschätzung des Risikos für Herzkrankheiten als LDL allein. Es wird als Indikator für das Risiko von Atherosklerose angesehen, einer Krankheit, bei der sich Plaques in den Arterien ansammeln und den Blutfluss behindern.
Die Berechnung von Non-HDL Cholesterin erfolgt mit einer einfachen Formel:
Non-HDL Cholesterin = Gesamtcholesterin – HDL-Cholesterin
Die Referenzwerte für Non-HDL Cholesterin variieren je nach Altersgruppe, Geschlecht und Gesundheitszustand. Allgemein gelten die folgenden Richtwerte für Erwachsene:
Ein Non-HDL Cholesterinwert über 160 mg/dl gilt als erhöht und stellt ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar.
QUELLEN:
https://www.cholesterinsenken.org/post/non-hdl-cholesterin-was-ist-das-und-warum-ist-es-wichtig-fur-die-gesundheit
https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/C/cholesterin.html
Synonyme: Blutglukose, Blutzucker, Glukose (Traubenzucker)
Die Messung von Glukose (Traubenzucker) im Blut (sogenannter Blutzuckerspiegel) ist der wichtigste Labortest zur Diagnose einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bzw. zur Verlaufskontrolle bei bereits bekannter Zuckerkrankheit.
Bei HBA1C handelt es sich um glykierten („verzuckerten“) roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Der HBA1C-Wert spiegelt den Blutzuckerspiegel (Glukosewerte im Blut) der vorangegangenen vier bis sechs Wochen wider. Wenn der Blutzuckerspiegel in diesem Zeitraum dauerhaft erhöht war, so kommt es zu einer Glykierung („Verzuckerung“) des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Diese Glykierung ist unumkehrbar (irreversibel). Daher wird der HBA1C-Wert auch als „Blutzuckergedächtnis“ bezeichnet.
Je höher und je länger der Blutzucker erhöht ist, umso mehr HBA1C wird gebildet. Die roten Blutkörperchen leben im Durchschnitt 120 Tage. Weil die Verzuckerung des Hämoglobins irreversibel ist (sie kann nicht rückgängig gemacht werden), sinkt der HBA1C-Wert erst nach Neubildung der roten Blutkörperchen und bei Normalisierung des Blutzuckerspiegels.

Ferritin ist ein Eiweißstoff zur Speicherung von Eisen im Körper. Die Bestimmung von Ferritin im Blut ist eine wichtige labordiagnostische Messgröße zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels.
Ferritin ist ein Eiweißstoff für die Speicherung von Eisen im Körper. Das meiste Ferritin findet sich im Inneren von Zellen (Leber, Milz, Knochenmark). Ein kleiner Anteil von Ferritin findet sich in der Blutflüssigkeit und spiegelt hier den Eisenhaushalt des Körpers wider. Ferritin ist aber auch bei Entzündungsprozessen erhöht („Akute-Phase-Protein“). Aus diesem Grund müssen Entzündungsprozesse bei der Beurteilung des Eisenstoffwechsels berücksichtigt werden.
Eine Verminderung von Ferritin im Blut kann folgende Ursachen haben:
Ein Eisenmangel kann zu einer Störung der Blutbildung und in weiterer Folge zu einer Blutarmut (Anämie) führen.

